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10.05.2005
Im traditionellen Bauernkalender beginnen die fünf Tage der Eisheiligen mit dem heiligen Mamertus am 11. Mai und enden am 15. mit der so genannten kalten Sophie. Die Namenspatrone dazwischen heißen Pankratius, Servatius und Bonifatius.
Die berüchtigten Eisheiligen suchen Deutschland dieses Jahr besonders früh heim: Zur Zeit lenkt eine kräftige Nordwestströmung Polarluft aus Grönland direkt nach Deutschland.
Die Folgen sind typisches Aprilwetter mit Schauern, Gewittern sowie Schneefall weit unter 1.000 Metern und Nachtfrost nicht nur am Boden.
Örtlicher Bodenfrost bis Juni möglich Ein massiver Kaltlufteinbruch im Laufe des Mai ist zwar eine übliche Wettererscheinung, die sich allerdings nicht auf die 5 Tage der Eisheiligen eingrenzen lässt. Auch nach dieser Zeit ist - bei entsprechend ungünstiger Wetterlage - bis in den Juni hinein durchaus örtlicher Bodenfrost möglich.
Singularität beim Wetter Der statistisch regelmäßige Kälteeinbruch ist eine so genannte Singularität beim Wetter. Als solche Witterungsregelfälle gelten auch Schafskälte und Altweibersommer.
Laut Statistik brachte eine Singularität sogar häufig genau das Gegenteil dessen, was ihr Name erwarten ließ: Die Eisheiligen zeichneten sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich häufiger durch warme Tage aus als durch kalte.
Sollte es aber dennoch kalt werden befolgen vorsichtige Gärtner das Motto „Pflanze nie vor der Kalten Sophie“, um Blüten und junge Pflanzen vor Nachtfrost zu schützen. Andere Bauernregeln lauten: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“ oder „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sofie kein Frost“.
Derber klingt es in Bayern und Österreich: „Die Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.“ In vielen Landstrichen wird auch das Vieh erst nach den Eisheiligen auf die Weide getrieben.
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