|
|
|
|
|
|
03.02.2006
Besonders die Autofahrer staunten in den letzten Tagen über die regional sehr unterschiedlichen Strassenverhältnisse. Eine bei trockener Strasse begonnene Fahrt führte plötzlich und unverhofft durch scheinbar frisch gefallenen Schnee. Auffällig war hierbei, dass innerhalb von wenigen hundert Metern die Strassenverhältnisse von braun-grünlich-kalt auf winterlich-weiss wechselte.

Bei näherer Betrachtung wird klar, dass es sich nicht um "normalen" Schneefall einer wetterbedingten Störung handeln kann.
Diesen Schneefall findet man auffällig oft in der Nähe von Industrieanlagen, welche grosse Mengen an Wasserdampf in die Atmosphäre ausstossen.
Unter physikalischen Aspekten betrachtet, strömt der warme Wasserdampf in der kalten Luft die Höhe. Minustemperaturen am Erdboden, feuchte Luft vom Boden bis etwa 1000m über Grund (Nebel), eine ausgeprägte Inversion sowie schwache Luftbewegung sind die Randbedingungen für das weitere Geschehen. Es erfolgt nun derselbe Vorgang wie in einer ganz normalen Wolke einer Störungszone. Der Wasserdampf beginnt sich zu kristallisieren und fällt als kleine Eisnadeln zu Boden.
Unter Inversion versteht man die Umkehrung... ...des atmosphärischen Temperaturverhaltens. Die Luft-Temperatur steigt mit der Höhe an, normalerweise muss die Temperatur fallen.
Durch die Inversion wird die untere Luftschicht von der oberen abgeschirmt, es entwickelt sich eine stabile Schichtung. Begründet liegt dies in der höheren Dichte der kälteren Luftschicht, was deren Luftaustausch mit der darüber liegenden wärmeren Luftschicht stark beeinträchtig. Dadurch kann es vor allem bei Inversionen über Ballungszentren zu einer Ansammlung von umweltfremden Stoffen bzw. Stoffkonzentrationen in der kühleren, unteren Schicht kommen. Man spricht dann von Smog bzw. Wintersmog.
|